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Anreise nach Marokko

Nach Marokko

Ich habe mir natürlich den billigsten Flug rausgesucht, bezahle dafür aber den Preis für die kompizierteste Anreise: erst mal nach Frankfurt-Hahn kommen! Dank Gerhard geht das dann aber doch sehr einfach und schnell smiley Am Flughafen gibt's erst mal ein leichtes Chaos: mein Rucksack ist 2 kg zu schwer. Also nochmal auspacken – welche schweren Gegenstände darf ich mit ins Handgepäck nehmen? Die Zeltstangen eher nicht, aber die zig Ersatzbatterien für's GPS und die Trekkingmahlzeiten schon. dann werde ich nochmal zur Gepäckkontrolle gerufen: sie haben die Gaskartuschen im Rucksack entdeckt, und die sind eben doch nicht erlaubt, auch nicht im eingecheckten Gepäck. Schade, denn sowas gibt's in Marokko laut Reiseführer nicht zu kaufen. Trotz der Aufregung bleibt noch Zeit für ein gemütliches Mittagessen – die letzte europäische Mahlzeit in den nächsten zwei Wochen!

Vier Stunden Flug bis Marrakesch. Es gibt jede Menge leichte Turbulenzen, die hauptsächlich dadurch auffallen, daß man durch die "Bitte Anschnallen"-Durchsagen aus dem Schlaf gerissen wird. Mit 30 Minuten Verspätung erreicht das Flugzeug schließlich Menara, den Flughafen von Marrakesch. Es gibt eine ewig lange Schlange bei der Passkontrolle, aber schließlich habe ich Einreisestempel und Gepäck. Esther wartet schon sehnsüchtig auf mich, es ist schon fast sieben Uhr abends Ortszeit. Schnell noch einen Stapel Geld aus dem Automaten holen, man darf nämlich keine marrokanischen Dirham einführen. Ein Euro sind 10 Dirham. Dann mit dem Taxi in die Stadt. Fasziniert beobachte ich die Verhandlungen zwischen Esther und den Taxifahrern, ich kann kein französisch und erst recht kein arabisch, aber jedenfalls schafft sie es, den Preis für die Fahrt auf die Hälfte herunterzuhandeln, wir zahlen 100 Dirham (=10 Euro). Dafür setzt uns der Taxifahrer irgendwo mitten in der Altstadt aus und "übergibt" uns an zwei junge Männer, die uns den Weg zum Hotel zeigen wollen. Klappt auch nach einigem hin und her. Allerdings sind sie mit dem Trinkgeld gar nicht einverstanden, es ist ihnen wohl zu wenig; wir finden später raus, daß man für 10 Minuten Herumgeführt-werden etwa 100 Dirham zahlen sollte. Naja, da wir ja nicht darum gebeten haben, zahlen wir mal nur 50, rät uns die Hotelbesitzerin. Hotel Jakoura liegt in einer Seitenstraße, und wenn man erst mal drin ist, ist es ganz nett. Die Chefin stammt aus Schottland, von allen mögichen Orten! Unser Zimmer hat zwei Betten, Dusche und WC, aber kein Fenster... naja, ein kleines im Bad. Die Zimmertür ist ungefähr 200 Jahre alt, wie das ganze Haus, und läßt sich nur durch rohe Gewalt bewegen (und manchmal nicht mal dann).

Zum Abendessen gehen wir Richtung Djeema al Fna: links, rechts, geradeaus bis zum Parkplatz, und dann, äh... Hauptsache, wir finden den Rückweg, denn die meisten Gassen haben weder einen Straßennamen noch sind sie auf unserem Stadtplan eingezeichnet. In der Teestube Ben Jussuf (Webseite) finden wir einen schönen Platz auf der Dachterasse, von wo aus wir einen tollen Blick über das nächtliche Marrakesch haben. Wir trinken The à la menthe und essen Joghurt mit frischen Früchten. Auch als wir auf dem Heimweg sind, sind die Straßen noch sehr belebt, Kinder spielen und Frauen sind noch beim Einkaufen. Es macht einen sehr sicheren Eindruck.

In Marrakesch

Frühstück gibt's ab 8:30 Uhr, aber es erwartet ja keiner, daß wir wirklich so früh aufstehen... besonders, wenn wir in einem dunklen Zimmer ohne Fenster schlafen. Das Fenster im Bad hat so seine Nachteile; gefühlt kann der ganze Innenhof zugucken und -hören, was man da so macht... Zum Frühstück,d as im Innenhof serviert wird, gibt's eine Art Fladenbrot, Marmelade (serviert im Tajine-Topf), gesüßten Tee und Kaffee. Zwei andere Deutsche sind noch mit uns am Tisch (es ist überhaupt nur Platz für 6 Personen).

Wir machen uns auf den Weg in die Stadt, diesmal ohne uns zu verlaufen. Zuerst kaufen wir eine marokkanische SIM-Karte, um das herumtelefonieren wegen der Trekkingtour zu vereinfachen. Dann geht's zum Platz Djeema-al-Fna im Zentrum. Hier gibt's massenhaft Stände mit frischen O-Saft, deren Händler über den halben Platz brüllen, um die Aufmerksamkeit der Touristen zu erregen. Nein, danke, heute wollen wir kein Hennah-Tatoo, und auch die Schlangenbeschwörer und die Männer, die kleine Affen für Fotos bereithalten, interessieren und nicht. Wir gehen statt dessen in die Souks, die überdachten kleinen Gäßchen, in denen Händler in kleinen Läden alle Arten von Waren anbieten. Kleine Lederpantoffeln? Silberne Teekannen? Messinglampen? Ein Kaftan? Es gibt einfach alles. Als wir am anderen Ende wieder herauskommen – erstaunlicherweise, ohne irgendetwas gekauft zu haben – ist da praktischerweise gerade ein kleines Teehaus, wo wir uns bei einer Tasse Pfefferminztee regenerieren und die Scharen vorbeigehender Menschen – Einheimische und Touristen gleichermaßen – beobachten können.

Belebte Straße in Marrakesch
Belebte Straße in Marrakesch

Dann stürzen wir uns wieder ins Getümmel, in der Hoffnung, im Hotel Ali auf der anderen Seite des Platzes ein paar Infos zum Trekking zu finden. Hier sollen sich die Trekkingführer herumtreiben. Leider hat das Cafe/Restaurant geschlossen und es ist niemand zu sehen, der uns helfen könnte. Also erst mal überhaupt was zum Essen finden, natürlich nicht an der Straße, sondern auf einem Balkon im 1. Stock. Von hier aus kann man das Treiben in der Straße gut beobachten. Das Wetter ist warm, deutlich über 20°C, und mir ist schleierhaft, wie die Männer hier mit Wollpullovern über ihren Hemden herumlaufen können.

Anschließend gehen wir zurück zu unseren Hotel, wo ich den Rest ges Tages durch Migräne außer Gefecht gesetzt bin. Währenddessen läuft sich Esther die Füße platt, um herauszufinden, wie wir morgen mit dem Bus nach Taliwine kommen. Es gibt täglich um 10 Uhr morgens einen Bus, der etwa 8 Stunden lang quer durch den Hohen Atlas dorthin fährt, und er fährt nur wenige Gehminuten von unseren Hotel entfernt ab. Zum Abendessen und für die Busfahrt besorgt Esther noch frische Granatäpfel, es ist nämlich gerade die richtige Jahreszeit dafür. Wir packen am Abend noch alle unsere Sachen, damit wir morgen früh ein paar Minuten länger schlafen können.

Weiter geht's hier: TaliWine!